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News

:: 2020-03-28 ::
"Wer aussteigt, muss auch einsteigen!"
Leserbrief als Antwort auf einen Windkraftgegener
Amberg. „Illusorisch, die Windkraft weiter zu fördern“ so im Leserbrief von Herrn Rösl in der AZ v. 8.2.2020!

Unser Vereinsmitglied Sebastian Schärl hat dazu eine Entgegnung unter Beteiligung weiterer SFVler verfasst:
"Die Coronakrise macht uns Angst und bestimmt derzeit unser Leben mehr als uns lieb ist. Aber auch der Klimawandel bereitet uns Sorgen; seine Auswirkungen sind nur nicht so unmittelbar spürbar. Deshalb meinen wir, ihn nicht aus dem Fokus verlieren zu dürfen.
Der Leserbriefschreiber (AZ v. 8.2.2020: „Illusorisch, die Windkraft weiter zu fördern“) übt Kritik an der Windkraftförderung. Da nun die Wahlen vorbei sind und wir als neutrale AG Schule nicht in den Verdacht kommen wollten, jemand in irgendeiner Weise nutzen oder schaden zu wollen, geben wir erst jetzt unsere Meinung zu dem obigen Leserbrief an die Öffentlichkeit.
Die Meeresspiegel steigen, die Wüsten breiten sich aus, der Regenwald brennt. Bei uns ist der Wald im Klimastress, Dürreschäden auf Äckern treten vielerorts auf. Die Klimaerwärmung ist auch bei uns angekommen. Die Klimakrise droht, sagen uns die Wissenschaftler. Junge Menschen warten nicht mehr auf die Politik, sondern nehmen die Dinge selbst in die Hand. Was können wir tun?
Als Antwort sehen wir den sorgsameren Umgang mit Energie bei Strom, Treibstoff, Wärme und den schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien. Dabei sind Wind und Sonne die wichtigsten Bausteine. Die Windenergie an Land wird gebraucht. Es reicht nicht Kohlekapazitäten abzubauen, wir müssen gleichzeitig die Erneuerbaren zügig ausbauen. Wer aussteigt, muss auch einsteigen! Im vorigen Jahr ist der Bau neuer Windräder an Land massiv eingebrochen. Ans Netz gingen in Deutschland nur Anlagen mit einer Gesamtleistung von einem Gigawatt – ein Rückgang um mehr als 60 Prozent gegenüber 2018. In Bayern stoppt die Abstandsregel 10H viele Windkraftprojekte. Der Kohleausstieg wird dazu führen müssen, dass die Beschränkungen für Windenergie aufgehoben werden. Der Widerstand gegen Windkraft ist kurzsichtig. Ich kann nicht gegen Stromleitungen, gegen Windräder, gegen Wasserkraft und gleichzeitig für die Energiewende und den Klimaschutz sein. Wer die Energiewende will, muss auch ertragen, dass sie stattfindet. Die Idee, Bürger und Kommunen stärker kommerziell an den Windparks zu beteiligen, würde die Akzeptanz dieser im Ganzen akzeptablen und ungefährlichen Technik befördern. Das war früher ganz selbstverständlich: Wer ein Atomkraftwerk in seiner Kommune hatte, dem ging es finanziell gut.
Bei der Energiewende gibt es Vorreiter. Mit 28 Windrädern liegt der Landkreis Amberg-Sulzbach im Mittelfeld. Sie decken rund 30 Prozent des Strombedarfs ab. 2013 besuchte der Kreistag Amberg-Sulzbach den Rhein-Hunsrück-Kreis, der topografisch und der Fläche nach etwa dem unseren entspricht. Dort drehen sich 275 Windräder. So viele will niemand bei uns haben. Im B.A.U.M- Bericht für den Landkreis von 2015 werden jedoch 50 bis 60 WKA als notwendig angesehen. Der Landkreis in Rheinland-Pfalz ist mit Blick auf Strom, Wärme und Abfall als erster Landkreis in der Bundesrepublik CO2-neutral geworden. Von dieser Erfolgsgeschichte können andere Regionen lernen und übernehmen, wie die Energiewende zum wirtschaftlichen Aufschwung genutzt werden kann. Im Rhein-Hunsrück-Kreis wird mit Pachtverträgen, Solarpaktmodellen, Steuern von Windradbetreibern sowie Einspeisevergütungen für Bürger und Genossenschaften jährlich eine Wertschöpfung von rund 50 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Akzeptanzforschung sagt schon lange: Die Bürger und Bürgerinnen in die Wertschöpfungskette einbinden."
AG Schule des ZEN – Dr. Hans-Martin Thieringer, Hans-Jürgen Frey, Manfred Klemm, Sebastian Schärl, Hans Meindl, Hermann Dotzler




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