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Nachricht vom 26.05.2021 News

100% erneuerbarer Strom bis 2030 - Geht das?

Könnte Amberg bis 2030 zusammen mit dem Landkreis bilanziell mit Strom aus regionalen erneuerbaren Energien versorgt werden?

Amberg/Amberg-Sulzbach (Bericht von Hans-Jürgen Frey)  Dazu gibt es unterschiedliche Einschätzungen!
Was meinen Sie?

a) zu 50% möglich
b) zu 80 %
c) zu 100 %
d) zu
mehr als 100 % des aktuellen Bedarfs?

Hier die Antwort in
Form unserer Recherchen auf der Datengrundlage des

Solarpotentialkatasters und des Energieatlasses Bayern:

1
Gigawattstunde (GWh) = 1 Million kWh Strommenge
1
Megawattpeak (MWp) = installierte Leistung einer großen PV-Anlage,
erzeugt etwa 1
GWh Strom jährlich (GWh/a)
10 Kilowattpeak
(kWp) = installierte Leistung bei PV-Anlagen Einfamilienhaus, erzeugt

etwa 10000 kWh Strom jährlich

Situation aktuell In
Amberg: > Stromverbrauch 270 GWh/jährlich

> minus Stromerzeugung aus EE 30 GWh/a 1)

= Defizit von 240 GWh/a 2)

Situation aktuell im Landkreis: >
Stromverbrauch 500 GWh/a
> minus
Stromerzeugung aus EE 440 GWh/a 3)

= Defizit derzeit von 60 GWh 4)

Situation im Landkreis
einschließlich Amberg:
> Stromverbrauch gesamt aktuell 770
GWh/a
> minus Stromerzeugung aktuell aus EE 470 GWh/a 5) =
Defizit von 300 GWh

Wie könnten die fehlenden 300 GWh in
Zeitraum von 10 Jahren generiert werden?

Vom Potential her
wäre das möglich allein über mehr PV auf Dächern durch einen

jährlichen Zubau von 30 MWp installierter Leistung (z.B. 3000 neue
PV-Dächer zu je 10
kWp), also insgesamt 300 MWp. Dieser
ambitionierte Zubau allein über Dachanlagen ist
in der Realität zu
langwierig und schwierig zu erreichen, da teils eingeschränkte Nutzung

wegen Dachaufbauten oder Abschattungen.
Deshalb müssen
zusätzlich PV-Freiflächenanlagen generiert werden!
Diese würden in
kurzer Zeit große Strommengen bereitstellen können, z.B. als Optionen:

Zusätzlich PV- Dächer 10 x 20 MWp/a = 200 GWh dazu 10 x PV-
Freiflächen je 10
MWp/a = 100 GWh ergibt Zusatzbedarf = 300
GWh

oder
Zusätzlich PV- Dächer 10 x 20 MWp/a = 200
GWh dazu 10 x PV-Freiflächen je 20
MWp/a = 200 GWh ergibt
100 GWh mehr als der aktuelle Bedarf = 400 GWh
oder ........


Ferner könnten und sollten weitere Windkraftanlagen die
Stromerzeugung aus EE
steigern (1 WKA neuerer Technik erzeugt
etwa 10 – 20 GWh jährlich).

Um das Ziel einer 100%
Stromversorgung aus EE im Landkreis zusammen mit Amberg

bilanziell bis 2030 zu erreichen,
• ist eine gemeinsame
Stromversorgung von Stadt und Land anzustreben
• braucht es
zusätzlich zu PV-Dächern den zeitnahen Ausbau von PV-Freiflächen und

auch Windkraft! PV-Gebäudeausbau ist weiterhin wichtig und nötig,
aber langwierig.

Das Potential für EE ist so groß, dass auch ein
steigender Strombedarf ausgeglichen
werden kann! Ferner können
Norddächer, Fassaden und Parkplätze für PV verwendet
werden.
Außerdem werden Flächen zunehmend technisch effektiver genutzt,
durch
deutlich leistungsstärkere Module im Vergleich zu früher.


Selbst Norddächer können rentabel mit PV-Anlagen belegt
werden = zusätzliches
riesiges Potential!

Fazit zum
Potential: Die vollständige Stromversorgung aus EE in der Region ist
bilanziell
möglich – sogar mit Überschuss! Dieser könnte und
müsste größere kommunale
Einheiten außerhalb der Region anteilig
versorgen = Energiewende gelungen!
Durch einen forcierten Ausbau
von Speichertechnologien wäre sogar eine 100%

Strombereitstellung aus EE möglich, nicht nur bilanziell.

1)
AM: aktuell 20 GWh PV (Dächer 15 GWh + Freiflächen 5 GWh) sowie 10
GWh aus
BHKW-Biogas = 30 GWh/a
2) AM: Solarpotential
Dächer-PV (ohne Altstadt) 200 GWh/a
3) Landkreis:
Stromerzeugung EE: Biomasse 121 GWh + Windkraft 154 GWh +

Wasserkraft 5 GWh + PV 160 GWh (Dächer 120 GWh + Freiflächen
40 GWh) = 440
GWh/a
4) Landkreis: Solarpotential Dächer-
PV 1000 GWh/a
5) Daten für AM + Ldkr: Stromerzeugung aus
EE: 30 GWh AM + 440 GWh Lkr = 470
GWh (= 60% des
Verbrauchs), davon PV-Strom 180 GWh (24% des Verbrauchs) – PV-

Strom Aufteilung: Dächer 135 GWh (18% vom Verbrauch) und
Freiflächen 45 GWh (6%
vom Verbrauch) - Das Gesamtpotential PV-
Dächer beträgt 1200 GWh, aktuell werden
davon 11% genutzt


Quellenangaben zu den Zahlen: Ergebnisse der
Solarpotentialanalysen von
tetraeder.solar (Solarpotentialkataster
Amberg und Landkreis) und Energieatlas Bayern
Stand 2020




Hinweis:
Die Machbarkeit einer Energieversorgung
durch 100% Erneuerbare Energien in Bayern
wurde mit einer neuen
Studie der TU München belegt. Sie berechnet mehrere

stundengenaue Szenarien einer Vollversorgung Bayerns in den
Sektoren Strom, Wärme
und Mobilität, gespeist aus 100%
erneuerbaren Energiequellen.

https://www.mw.tum.de/es/publikationen/bayernstudie/

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