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Nachricht vom 05.03.2021 News

PV-Freiflächen – Alptraum oder Segen?

Stellungnahme der SFV-Infostelle

Amberg (Bericht von Hans-Jürgen Frey)  Nach den heftigen Diskussionen über Sinn und Zweck von PV-Freiflächenanlagen sahen wir uns in der Vorstandschaft genötigt, Stellung zu nehmen.

Wir haben die Argumente pro und contra studiert. In den meisten Fällen geht es v.a. darum, dass eine derartige Anlage sichtbar ist und dadurch im Landschaftsbild stört.
Vorrang hat nach wie vor die PV-Nutzung auf Dächern. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass dieser Weg zu lange dauern würde. Eine PV-Pflicht wäre rechtlich möglich, wird aber offensichtlich nicht einmal bei Neubauten in den Landkreisgemeinden politisch gewollt, obwohl Amberg ein gutes Beispiel gegeben hat.
Deshalb werden wir wohl oder übel auch auf einige PV-Freiflächen, aber auch auch zusätzliche Windkraftanlagen setzen müssen.

Die Stellungnahme für die Amberger Zeitung:
"PV-Freiflächen – Alptraum oder Segen?

Der Anblick von dunklen Modulen in der Landschaft ist für manche ein Alptraum und kaum zu ertragen. Ist das wirklich eine schwerwiegende Zumutung angesichts der Klimakatastrophe, die uns mit täglichen Schreckensbotschaften von Hitzerekord, sterbenden Wäldern, Schäden in der Landwirtschaft und Hitzetoten wachrütteln sollte?

Für verantwortungsbewusste Bürgerinnen und Bürger sowie Verantwortliche in der Politik sind Photovoltaik-Freiflächen eher ein Segen, da sie schnell errichtet sind und kostengünstig riesige Mengen an sauberem Strom erzeugen: Eine 10 MWp Anlage generiert etwa 10 Millionen kWh im Jahr. Um auf den gleichen Ertrag zu kommen bräuchte es 1000 Hausdächer mit je einer 10 kWp-Anlage. Das ist auf jeden Fall erstrebenswert, dauert jedoch in der Realität zu lange angesichts des knappen Zeitfensters, das uns zum rechtzeitigen Erreichen der Klimaziele vor einem Kipppunkt des Klimas zur Verfügung steht.

Sicherlich ließe sich die Akzeptanz von PV-Freiflächen durch eine entsprechende Einfügung in die Landschaft steigern. Je nach Gegebenheit wird sich aber eine mehr oder weniger große Sichtbarkeit nicht verhindern lassen. Diese kann durch Hecken und passenden Baumbestand minimiert werden, was zudem eine wertvolle ökologische Aufwertung des Gebietes neben der Renaturierung der überbauten Fläche bedeuten würde. Weitere Pluspunkte wären eine Vermarktung des Ökostroms direkt in der Region und eine finanzielle Bürgerbeteiligung wie es beispielhaft in der Gemeinde Ursensollen beschlossen wurde.

2030 kann bilanziell der Strombedarf von Amberg/Amberg-Sulzbach durch erneuerbare Energien in der Region abgedeckt werden. Um diesen klimapolitisch wichtigen Zielpunkt zu erreichen, braucht es neben der Nutzung von Dächern v.a. auch den zeitnahen, engagierten Ausbau von PV-Freiflächen."

Erschienen in der AZ am 4.3.21 mit Änderungen. Siehe unter www.onetz.de/3187770

PV-Freiflächenanlage  Eisenach - Foto von EisenachFoto: Eisenach
PV-Freiflächenanlage Eisenach

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Foto: Eisenach